Donnerstag, 12. Februar 2009

Ganz normale Abendgestaltung

Im Regen

Endlich Regen inmitten dieser unglaublich stickigen Schwüle der letzten Tage. Da gibt es doch nichts Schöneres als einen Spaziergang im Regen – natürlich barfuß, ganz auf Kiwi-Art. Nächste Woche kommen uns zwei Freunde besuchen. Und wenn sie ganz ganz artig sind, machen wir das auch einmal mit ihnen…

Mittwoch, 11. Februar 2009

Aus der Haut gefahren

Zikade - frisch geschlüpft Zikade - 8 Stunden nach dem Schlüpfen

Und noch eine Insektenstory: Vorgestern Abend, als ich das Fahrrad in die Wohnung brachte, fiel etwas zunächst Undefinierbares davon ab und auf den Küchenboden. Bei näherer Betrachtung stellte es sich als eine Zikade heraus, die gerade ihre alte Haut abgestreift hatte.

Beim Geocaching sind wir schon öfter über Zaunpfosten und Steinritzen gestolpert, die von den braunen Hüllen nur so übersät waren. Jetzt endlich konnten wir mal hautnah beobachten, was da genau geschieht. Die arme Zikade war sichtlich benommen und müde von der ganzen Aktion. Ihr „Panzer” noch frisch, flexibel, weich und grün und verletzlich. Am nächsten Morgen hatte sie sich schon etwas dunkler gefärbt und war auch sichtlich erholter, was sie mit zahlreichen Flucht- und Flatterversuchen bestätigte.

Wir haben sie dann rausgesetzt und nun sitzt sie irgendwo im Baum mit all den anderen und zirpt uns die Ohren taub. Auch wenn es keine besondere Tierart war – es war schon etwas Besonderes, zuzusehen, wie ein Lebewesen seine alte Haut hinter sich lässt und einen neuen Lebensabschnitt beginnt.

Das Ganze hat mich sehr an unseren Schritt erinnert, nach Neuseeland zu gehen. Nur dass wir nicht buchstäblich unsere Haut, sondern andere Dinge zurückgelassen haben (z.B. Hausrat, Freunde, Nerven). Und, dass wir in der ersten Zeit nach „dem Schlüpfen” ganz schön verletzlich waren. Aber durch die Phase muss man durch. Und wir sind glücklich, dass uns in der Phase sowohl Gott als auch Freunde beigestanden, geholfen und „beschützt” haben, so dass wir nun gut durch unser neues Leben hier zirpen können.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Clemmi und zwölf Zentimeter Centipede

Na klar. Wann sonst. Gestern waren wir schon relativ spät im Bett und heute morgen mussten wir schon früh das Gepäck vorbereiten, da es um 16:00 (hoffentlich vor allen anderen Waitangi-Day Urlaubern) mit Chad und Diane zur Little Earth Lodge geht – dieses verlängerte Wochenende war unser Weihnachtsgeschenk an die beiden. Auf jeden Fall musste es diese Nacht sein, in der Clementine eine Entdeckung machte.

Was es allerdings war, blieb mir 3 Stunden unklar. Um 1 Uhr Morgens hörte ich sie zum ersten Mal hinter dem Computer herumstreifen und kratzen und holte eine Taschenlampe, um zu schauen, was denn da sei. Dass da etwas sein musste war klar, sonst hätte mein vorheriges Schimpfen mit ihr Erfolg gezeigt. Denn wenn ein Haustier so darauf besteht dass da was ist, dann ist da was. Nur konnte ich nichts entdecken. Und auch Clementine schaute mich etwas verschüchtert an: „Du musst mir glauben – ich weiß dass es da irgendwo sein muss…”

Also legte ich mich wieder ins Bett und versuchte, einzuschlafen. Clemmi unterdies gab nicht auf und um 4 Uhr wurde ich durch ein lautes Klatschen und noch lauteres Kratzen am Vorhang geweckt. Und dann endlich sah ich, worum es ging:

Clementine und der Hundertfüßler Hundertfüßler auf meinem Arm Hundertfüßler

Clementine hatte einen Centipede oder auch Hundertfüßler entdeckt, 12 cm lang, der nun im Vorhang festhing. Ich habe mich angesichts der Kiefer nicht getraut, ihn direkt anzufassen und mit Hilfe eines Glases erstmal ins Wohnzimmer verbannt.

Heute Morgen dann haben wir uns das Insekt mal genauer angeschaut. Ein Prachtexemplar. Ihm fehlte einer der zwei Fühler/Beine/Schwänze am Hinterteil, und damit erklärte sich auch, woher das Gliedmaß stammte, welches ich am Vorabend im Bad gefunden hatte. Clementine verhielt sich auf jeden Fall recht unfair gegenüber unserem Gast. Solange er im Glas gefangen war, patschte sie froh darauf herum und versetzte ihn in Panik. Sobald er aber frei war und auf sie zusteuerte (und die Dinger sind schnell), wich sie ängstlich quietschend zurück. Anscheinend hatte sie schon Bekanntschaft mit seinen Kieferzangen gemacht.

Jetzt ist er wieder frei im Busch neben unserem Haus. Wir finden, da ist er doch sehr viel besser aufgehoben.

Freitag, 16. Januar 2009

Der Kiwi reist wieder

Hallo, hier bin ich wieder. Wie versprochen haben meine Adoptiveltern wieder einmal mit auf eine Reise genommen. War auch gar nicht so anstrengend dieses Mal, ich konnte die Landschaft ganz viel aus dem Auto bestaunen und wurde dabei sehr gut unterhalten (meine Eltern fangen immer so komisch an zu singen, wenn sie gute Laune haben, aber irgendwie ist das auch lustig) und gefüttert haben sie mich auch (meist mit Müsliriegeln und Crackern). Ich konnte mich also wirklich nicht beschweren.

Ich am Mt Taranaki

Dieses Mal haben mir Mama und Papa ganz viele unterschiedliche Dinge gezeigt: Wasserfälle (scheint irgendwie ihr Favorit zu sein), Strände, Regenwälder (da wäre ich am liebsten geblieben, aber selbst Würmer zu suchen ist mir doch ein bisschen zu anstrengend), Felsformationen und immer wieder einen wunderschönen Berg: Den Mt Taranaki. Ständig bleiben die beiden stehen und machen noch ein Foto vom Berg oder von mir und dem Berg oder von ihnen und dem Berg. Verstehen kann ich sie aber. Selbst ich kann den Blick ja kaum abwenden und stoße immer wieder Freudenrufe aus. Unter neuseeländisch heißer Sonne (zum Glück habe ich ja ganz dichtes Gefieder und kann keinen Sonnenbrand bekommen) fahren wir um den Berg herum, laufen den einen oder anderen Wanderweg und sind glücklich. Schön ist es gewesen. Hoffentlich bringen meine Adoptiveltern mich noch einmal dorthin. Und dann für länger.

Mama und Papa haben gesagt, dass ihr euch einfach melden sollt, wenn ihr mehr Fotos von ihnen oder der Landschaft sehen wollt. Passt auf euch auf. Und zieht euch ein warmes Gefieder an im kalten Deutschland.

Euer Kiwi

Clementine und ich verstehen uns übrigens relativ gut. Naja, wir ignorieren uns wohl eher. Ich lebe vornehmlich auf dem Bücherregal (da kommt das Katzentier bisher noch nicht dran) und genieße den Rundumblick auf das mal ordentliche, mal nicht so ordentliche Wohnzimmer. Zusammen in den Urlaub fahren dürfen wir allerdings nicht. Clementine mag Autofahren nicht so gerne, haben mir meine Eltern erzählt (ich verstehe die Katzensprache noch nicht so gut, deswegen brauche ich immer erst einen Übersetzer). Naja, dafür darf das Katzentier die Natur erkunden, wenn Mama oder Papa zuhause sind. Muss ja auch gerecht sein, nicht wahr…?

Mittwoch, 14. Januar 2009

Tongariro Crossing Slideshow

Hier ein kleiner Nachschub mit noch ein paar mehr Bildern und dem Streckenverlauf von unserer Tongariro Crossing Tour.

Mittwoch, 7. Januar 2009

Kiwi 301

Und noch ein Nachschlag für alle die vorhaben, hier ihr Englisch aufzuschlechtern, äh, -bessern. Dieser Clip hat in Youtube ziemlich schnell die 3-Millionen-Zuschauer-Grenze überschritten, da er den Kiwi-Slang (hauptsächlich den der Maori/Pacific-Islander Jugend) ziemlich niedlich auf die Schippe nimmt.

Kleiner Hinweis: "Sweet as" ist die typische Redewendung für "Super" oder "Toll". Das kann zugegebenermaßen beim ersten Mal schon etwas seltsam wirken. Dazu hat Chad uns gestern eine Geschichte erzählt, als er nach einiger Zeit Aufenthalt in Neuseeland zurück in Amerika den Satz „When you are going downhill and they take a photo of you (Achterbahn), you look dumb as” von sich gab und daraufhin peinlich berührte Gesichter erntete („Dumbass”? Das sagt man doch nicht…).

Donnerstag, 1. Januar 2009

Frohes Neues

Da ist es wieder passiert – so schnell, dass wir es fast nicht bemerkt haben: Ein neues Jahr ist da. Zum Glück waren Kathrins Eltern da und wir sind mit ihnen raus zum Northshore, um das Feuerwerk am Skytower zu verfolgen. Sonst hätten wir den Übergang wahrscheinlich komplett verpasst und würden immer noch 2008 in Briefen und Formularen schreiben.

Skytower Feuerwerk Frohes Neues Jahr 2009

In diesem Sinne wünschen wir allen unseren Blog-Verfolgern ein gutes und erfolgreiches neues Jahr 20089.