Dienstag, 17. Juni 2008

Frohes Neues Jahr

Pleiaden
Bild: NASA/ESA/AURA/Caltech

Jetzt denkt ihr wahrscheinlich: „Hat er vollständig das Zeitgefühl verloren?” Nein, hab ich nicht. Es ist nur so, dass wir hier gerade den Beginn des neuen Jahres gemäß Māori-Kalender feiern.

Sky Tower an Matariki

Matariki heißt das Ganze und beginnt, wenn das Sternbild „Pleiaden” kurz vor der Sonne am Horizont aufgeht. Dieses Ereignis markiert das Ende des alten Jahren und auch den idealen Zeitpunkt für die Vorbereitungen der Ackerflächen für die Aussaat. In den Buchläden gibt es Kalender zu kaufen, die natürlich hauptsächlich Maori-Motive aufweisen. Der Skytower ist dem Anlass entsprechend in blau-rot angestrahlt. Und in der ganzen Stadt (wahrscheinlich in ganz Neuseeland) sind entsprechende Festivals und Aktionen im Gange (Wir gehen heute z.B. ins Stardome Observatorium zu einer Veranstaltung zu dem Thema). Das Feuerwerk ist aber bisher noch ausgeblieben. Muss ja auch nicht. Das wäre dann mal eine ruhige Art, einen Neubeginn zu feiern.

Sonntag, 8. Juni 2008

Komplizierte Erwachsene

Anfang dieses Jahres haben wir Chad und Diane einen Kalender mit Comics von Non Sequitur per email zugesendet. Vor einigen Tagen haben sie uns eine kleine Reihe über Danae gezeigt. Einer davon hat mich besonders angesprochen. Und hier kommt er:

Non Sequitur comic strip

Traurig. Kompliziert. Und leider sehr wahr. Ich habe es auch schon oft erlebt, dass ich unbedingt von den Menschen gemocht werden wollte, die “far out of reach for me” waren. Und ich habe vor einiger Zeit fast geschockt festgestellt, dass ich nervös werde, wenn jemand, den ich ziemlich cool finde, mich mag. Wie verhalte ich mich denn dann? Was, wenn ich ich bin und sie mich dann plötzlich nicht mehr mögen? Dass das natürlich Quatsch ist, habe ich zwar relativ schnell begriffen. Trotzdem kommen diese Gedanken immer wieder. Klar. Hat ja alles seine Geschichte. Und es gibt genug, was uns glauben lassen will, dass wir halt zu kompliziert/nicht-liebenswert/was-auch-immer sind. Kinder haben es da wirklich leichter. Sie denken mehr in schwarz und weiß. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir Erwachsene einfach schon zu viele Grautöne kennengelernt haben. Aber machen diese nicht auch das Leben interessanter…?

Donnerstag, 5. Juni 2008

Mehr Information

Das Internet bietet immer mehr Spielereien an. Einiges davon ist einfach nur Quatsch, einiges davon aber auch relativ nützlich. Wir haben neulich EveryTrail entdeckt - eine Seite, auf der wir unsere Fotos mit den Tourdaten zusammen veröffentlichen können. Flickr hat ja schon länger die Möglichkeit, den Ort einer Aufnahme anzuzeigen. Und in letzter Zeit nehme ich das GPS auch mit, selbst wenn wir mal nicht Geocachen gehen. Dann kann ich im Nachhinein die Fotos geotaggen oder geokodieren. Jedes Foto trägt dann die eindeutigen Informationen, wo es aufgenommen wurde. Und zusammen mit der Strecke, die wir gelaufen sind, kann man dann eine schöne Zusammenfassung daraus basteln. So geschehen mit:

Dienstag, 3. Juni 2008

Die Pinnacles

Felsschichten Sonnenaufgang
Flussimpressionen Was für eine Aussicht

Das letzte Wochenende haben Stefan und ich mal wieder ganz in der Natur verbracht. Der Trip führte uns zur Coromandel Peninsula, hoch zur Pinnacles Hut und zu den Pinnacles selber.

Und mit Sicherheit gibt es da bestimmt ganz viele kleine Sachen zu berichten, nur, dass sie mir im Moment nicht so richtig einfallen wollen. Und auch, um euch nicht mit einem langen Bericht zu langweilen, hier nur das Wichtigste in Kürze:

  • 11 Leute waren wir dieses Mal
  • Steil war es (irgendwann konnten wir einfach keine Steigungen und Treppen mehr sehen – vor allem die knapp 590 Stufen hoch zu den Pinnacles selber!)
  • Die Hut war so nobel, dass sie fast eher wie ein Backpacker gewirkt hat
  • Die Natur war einfach toll – vor allem die fast mystischen Stimmungen im Tal und der Sonnenaufgang am Sonntag
  • Das Wetter war super. Obwohl Regen vorhergesagt worden war, haben wir nicht einen Tropfen abbekommen – und das zu Anfang des Winters!
  • Alles in allem hatten wir einfach sehr viel Spaß – und der eine oder andere einen ausgewachsenen Muskelkater danach!

Ansonsten müssten die Fotos eigentlich für sich selbst sprechen. Und wir wollen euch ja auch nicht zu neidisch machen mit langen Erzählungen…

Freitag, 30. Mai 2008

Kletternde Katze?

Clemmi ruht sich aus

Clemmi klettert leider nicht. Sollte sie aber vielleicht besser. Unsere Tierärztin hat gesagt, dass sie zu dick ist. Jetzt ist sie auf Diät und wir arbeiten derzeit an einem ausgewogenem Fitnessprogramm – in erster Linie Laserpunktfangen. Wenn sie nicht abnimmt, wird die Tierärztin ein sehr ernstes Wort mit uns (und wahrscheinlich auch mit Clemmi) sprechen. Also lieber Kampf den Pfunden!

Wir hingegen klettern endlich wieder. Diesen Mittwoch sind wir dem Kletterverein der University of Auckland beigetreten. Jetzt können wir für umgerechnet ca. 20 Euro im Jahr jeden Mittwoch in der zwar sehr kleinen, aber feinen Kletterhalle der Uni kostenlos klettern (Ausrüstung wird gestellt) und jeden Freitag in einer anderen Halle mit ebenfalls gestellter Ausrüstung für den halben Preis klettern. Endlich wieder klettern. Und das geht wirklich auch mit einem kleinen Taschengeld.

Sonntag, 25. Mai 2008

Ein Schnäppchen

Was für ein Schnäppchen

Also wirklich. Bei dem Preis muss man doch zugreifen.

Standard-Wein

Foodtown ist eigentlich bei uns beliebt wegen seiner auch für finanziell minderbemittelte Haushalte erschwinglichen Preise. Deswegen haben wir erst an einen Tippfehler geglaubt, als wir die Preisschilder für diesen Wein gesehen haben. Aber es ist keiner. Jede einzelne Flasche kostet umgerechnet ca. 225 Euro. Alle haben eine separate Anti-Diebstahlkapsel. Und (leider haben wir das Foto zu spät gemacht) der Preis ist sogar noch um $90 (ca. 45 EUR) herabgesetzt. Wow. Greift zu, Leute. Das ist ein echtes Schnaeppchen.

Samstag, 24. Mai 2008

Symbole

Swastika auf einem Hausdach
Photo: Jason Oxenham, Central Leader

„Wat dem einen sin Uul, is dem andern sin Nachtigall”, sagt der Volksmund. Im Land der Kiwis hat sich das vor kurzem in eine etwas drastischere Spielart gewandelt.

Die Bewohner des abgebildeten Hauses sind Hinduisten, und die Swastika ist für ihn das Zeichen von Schutz und Frieden. Von der „deutschen Variante” wusste er nichts, als er sein Dach mit dem Symbol bemalt hat. Genau so wenig wusste er allerdings auch von seinem Nachbarn, der im 2. Weltkrieg 3 Jahre in deutscher Kriegsgefangenschaft gehalten wurde, und nun gezwungen ist, jeden Morgen aus seinem Fenster heraus an diese Zeit erinnert zu werden. Der Konflikt ist vorprogrammiert und auf einigen Internetseiten hat sich die Nation in Verständige und Verbohrte gespalten.

Uns hat diese Geschichte ganz schön traurig gemacht und ins Nachdenken gebracht. Einen Akzent kann man (mit vieeeel Geduld und Praktizieren) verlieren. Landestypische Gewohnheiten kann man auch ersetzen. An andere Kulturen kann man sich gewöhnen. Aber an dieses Kapitel unserer Geschichte werden wir wohl immer erinnert werden, egal wie weit wir sowohl örtlich als auch zeitlich davon weg sind.

Nachtrag: Mittlerweile haben die Besitzer des Hauses aufgrund der öffentlichen Reaktion das Symbol wieder entfernt.